Suchen

logo100

Schwarzburg: Land & Herrscherhaus

In der Forschung zur Frühgeschichte des Hauses Schwarzburg stimmt die Mehrheit der Historiker darin überein, dessen Ursprünge im 8. Jahrhundert lokalisieren zu können. In einem Schreiben aus dem Jahre 722 wendete sich Papst Gregor II. an fünf viri magnifici filii und empfahl ihnen den Bischof Bonifacius, um ihn bei seiner Missionierung in Thüringen zu unterstützen.

Unter den genannten Personen ein Aſulf und ein Gundhareus (Gunther). Der Name Gunther wurde in seiner späteren Form Günther zu einem der Leitnamen der Schwarzburger bis zu ihrem Aussterben im 20. Jahrhundert. Sowohl in Asulf als auch Gunther werden Vorfahren gesehen. Wurden verwandtschaftliche Beziehungen zunächst allein über den bei keiner anderen Adelsfamilie so häufig verwendeten Namen Gunther/Günther hergeleitet, konnte diese Verbindungslinie durch die Untersuchung von Besitz- und Herrschaftsrechten als auch Handlungsweisen nachfolgender Generationen gesichert werden.

Der Name des Geschlechtes verbindet sich mit einer ihrer Stammburgen, der Schwarzburg im Schwarzatal im Thüringer Wald. Hier im mittelthüringischen Raum um die Orte Arnstadt, Stadtilm, Rudolstadt, Gehren, Königsee und Leutenberg bis hinauf in die Kammlagen des Thüringer Waldes bei Scheibe-Alsbach und Neuhaus am Rennweg formten die Schwarzburger bis zum 14. Jahrhundert einen ersten größeren Territorialbesitz.

Nach vorrübergehenden Besitzrechten in Wiehe nahe der Unstrut legten sie mit dem Erwerb von Schlotheim, Greußen und (Bad) Frankenhausen ab 1338 – 1340 einen erneuten und dauerhaften Grundstein für die Ausbildung eines zweiten Herrschaftsgebietes in Nordthüringen.

Ein im Jahre 1325 mit den Grafen von Honstein (Hohnstein) geschlossener Erbvertrag trug ihnen 1356 den Besitz von Sondershausen und Umgebung ein. Ungeachtet aller Bemühungen blieben die beiden Herrschaftskomplexe in Mittel- und Nordthüringen voneinander getrennt. Für die mittelthüringischen Besitzungen kam bis 1920 die Bezeichnung als Oberherrschaft in Gebrauch, wogegen die nordthüringischen Gebiete als Unterherrschaft bezeichnet wurden.

Im Verlaufe ihrer Herrschaft vollzogen die Schwarzburger zahlreiche Teilungen ihrer Gebiete. Diese Teilungen führten 1599 letztlich zur Trennung in die Linien Schwarzburg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen. Die Teilung hatte Bestand bis zum Ausklang der Monarchie im November 1918 und dem Aufgehen der nunmehrigen beiden gleichnamigen Freistaaten im Freistaat Thüringen 1920. Zu diesem Zeitpunkt umfasste Schwarzburg-Rudolstadt eine Fläche von 941 km² und ungefähr 101.000 Einwohner.

oberherrschaft800
Territorium Oberherrschaft
unterherrschaft800
Territorium Unterherrschaft

An der Gesamtfläche hatte die Oberherrschaft Rudolstadt einen Anteil von 735 km² und die Unterherrschaft Frankenhausen von 206 km². Residenz- und Landeshauptstadt war Rudolstadt. Schwarzburg-Sondershausen besaß eine Fläche von 862 km², die sich mit 519 km² auf die Unterherrschaft Sondershausen und mit 343 km² auf die Oberherrschaft Arnstadt verteilten. Die Zahl der Einwohner betrug rund 92.700, die Residenz- und Landeshauptstadt war Sondershausen.

Die Schwarzburger waren das älteste edelfreie Geschlecht in Thüringen. Bereits die im Schreiben von 722 namentlich genannten Personen müssen über eine herausgehobene Stellung verfügt haben. Nachfolgende Glieder fanden unter den Bezeichnungen comes und nobilis vir Erwähnung. Ihre Benennung als Grafen dürfte zunächst keine Titulatur gewesen sein, sondern verband sich mit dem Grafenamt im Längwitzgau. Im 12. Jahrhundert verbanden sich die Bezeichnung als Graf mit dem Namen und der Benennung nach den beiden Stammburgen, Schwarzburg und Käfernburg.

Um unsere Webseite für Dich optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. Es werden nur folgende anonymisierte Daten von Google Analytics ausgewertet: Dauer der Sitzung. Anzahl der Seitenbesucher. Welche Seiten wurden besucht. Absprungrate. Damit können wir feststellen, welche Inhalte für unsere Besucher interessant sind und welche Themen nicht. Diese Information hilft uns dabei, in Zukunft unsere Webseite für Besucher besser zu gestalten, somit profitieren alle von dieser Analyse. Der Verwendung von Google Analytics-Cookies kann jederzeit in unserer Datenschutzerklärung widersprochen werden.